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Pressemitteilung / Detailansicht

„Eine einmalige Einrichtung in ganz Bayern“

Montag, 12. September 2005

Oberhausen (amei)

Diplomingenieur Karl Perr, der in Oberhausens Gewerbegebiet Kreut eine Metallbaufirma betreibt, ist „ganz nebenbei“ auch noch Feuerwehrmann. Bei der Ingolstädter Freiwilligen Feuerwehr bekleidet er das Amt des Stadtbrandinspektors. Mit seiner neuen Firma FeuReX entwickelte er ein Heißausbildungszentrum, das in Bayern bisher einmalig ist. Gestern wurde es im IVG-Gelände seiner Bestimmung übergeben.

Das Heißausbildungszentrum ist eine Ansammlung von Containern, in denen eine Raumsituation nachempfunden wird, die Feuerwehrleute beim Einsatz mit Atemschutzgeräten vorfinden können: Räume, mit Möbeln und anderen Hindernissen, die Wände vom Ruß geschwärzt, Sichtbedingungen schlecht. Im FeuReX-Container wird mit Holz geheizt, denn damit kann man den Rauch am besten studieren. Feuerwehrleute – egal ob Berufsfeuerwehr oder Freiwillige – sollen im Container üben, wie unter extremen Situationen eine Situation in Griff zu bekommen ist.

Löschmittel, Rettungstechnik und Verhaltensweise am Brandort ist ein Schwerpunkt der Ausbildung, der Schutz des eigenen Lebens eine anderer. Im Container werden immer zwei Übende von einem Ausbilder begleitet, die Sicherheit der Retter wird dabei großgeschrieben. „Im Extremfall kann binnen von Sekunden das Dach abgenommen werden“, erklärt Karl Perr vor den Containern, die zur Eröffnung mit Grünpflanzen geschmückt sind. Ohne Zweifel ist darin schon geübt worden, der Ruß ist unübersehbar.

Karl Perr will mit seinem Heißausbildungszentrum „einen bescheidenen Beitrag zur praxisorientierten Ausbildung“ leisten. Von wem die Hilfe im Notfall komme, sei zweitrangig, sagte er in seiner Eröffnungsrede, wichtig sei, dass die bestmögliche Hilfe bei größtmöglichem Sicherheitsvorsprung geleistet würde. Dass die Berufsfeuerwehren von Audi und EADS, sowie die Freiwilligen Feuerwehren der Region hier an „einem Strang ziehen“ freue ihn und dass die Einrichtung durch die unbürokratische Unterstützung der Gemeinde Oberhausen und des Landratsamtes so schnell möglich wurde, dafür sei er dankbar.

Der Ansicht, dass die Anlage in Oberhausen eine Konkurrenzanlage zum Karlshulder Wärmegewöhnungscontainer sein könnte, widersprachen alle Redner entschieden. Betrachtete man die Ausbildung der Atemschutzträger als vierstufig, so Dr. Christian Schwarz, der Leiter der Feuerwehrschule Geretsried, so wäre die Oberhausener Einrichtung als Stufe drei zu sehen, weil sie den Vorteil der Realitätsnähe hätte. Noch besser sei die Ausbildung in richtigen Brandhäusern wie in Würzburg.

Horst Seehofer – der nach eigenen Angaben keine Ahnung vom Feuerwehrwesen hat – lobte die erfreuliche Eigeninitiative von Kar Perr. Nach dem Prinzip „Geht nicht gibt's nicht“ hätte er die Dinge selbst in die Hand genommen und etwas sehr Sinnvolles geschaffen. Eine Woche vor der Wahl befände er sich, so witzelte er, noch in einem Fegefeuer, das mit der Wärmegewöhnung vergleichbar sei. In der heißen Phase sei es wichtig – in der Politik und bei der Feuerwehr –, dass partnerschaftlich, nicht gegeneinander, gearbeitet wird.

Erhöhung der Qualität

Landtagsabgeordnete Christine Haderthauer enthüllte nach der Containerweihe ein Standbild aus der Werkstatt der Firma Perr, einen Feuerwehrmann mit Atemschutz. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass wenn man die Ausbildungseinrichtungen in Karlshuld und Oberhausen schon als Konkurrenz verstanden wissen will, dann sicher nicht nur eine Belebung, sondern auch eine Erhöhung der Qualität zu erwarten sei.