Suche:
 

Pressemitteilung / Detailansicht

Heiße Sache für die Feuerwehr

Montag, 01. Januar 2007

Oberhausen (men).

Hier wird es richtig heiß. Wenn ein Feuerwehrmann durch die dritte Tür des Containers geht, kann er die 200 Grad Hitze bereits durch den Handschuh fühlen. Und so soll es auch sein, denn im so genannten Heißausbildungszentrum der Firma FeuReX in Oberhausen sollen Atemschutzgeräteträger unter realen Einsatzbedingungen ausgebildet werden. Am Wochenende wird das Kompetenzzentrum, das Einzige seiner Art in ganz Bayern, eröffnet. Ebenfalls am Wochenende wird eine andere „Wärmegewöhnungsanlage“ in Karlshuld eingeweiht. Da scheint Ärger vorprogrammiert.

Nicht gerade begeistert von der privaten Konkurrenz ist Kreisbrandrat Georg Martin. Immerhin hat die Feuerwehr Karlshuld bereits 10 000 bis 12 000 Euro in die Wärmegewöhnungsanlage ­einen gasbefeuerten Container ­gesteckt. Dort sollen die Atemschutzträger aus der Region ein Gefühl dafür bekommen, wie sich die Hitze eines Brandes auf ihre Ausrüstung beziehungsweise ihren Körper auswirkt. Außerdem können die Floriansjünger dort „hautnah“ erleben, wie ein Fett-, Küchen- oder Gasflaschenbrand abläuft. Die Ausbilder, die alle ihre Freizeit für die Schulungen opferten, lotsen ihre Kollegen ehrenamtlich durch den Container, so dass für einen Floriansjünger nur 35 Euro pro Durchgang anfallen. Die schweißtreibende Tortur in einer solchen Wärmegewöhnungsanlage muss übrigens jeder Atemschutzträger regelmäßig über sich ergehen lassen.

Dass es nun zwei ähnliche Anlagen auf engsten Raum gibt, stört Neuburgs Stadtbrandinspektor Roland Neumann nicht. Im Container in Karlshuld komme der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau mit der Hitze in Kontakt und kann so lernen, wo seine beziehungsweise ihre Grenzen sind. Im kommerziell geführten Heißausbildungszentrum in Oberhausen würden die Brandschützer aber noch viel mehr lernen. „Das ist eine super Ausbildung dort“, so Neumann. So gebe es einen ausführlichen theoretischen Unterricht in Sachen Strahlrohrführung, ehe die Männer ins Feuer geschickt werden. Außerdem ist sich Neumann sicher, dass die Anlage in Oberhausen einen ganz anderen Einzugsbereich hat als der Container in Karlshuld.

Diese Ansicht vertritt auch Peter Mödl, Pressesprecher der Firma FeuReX. Er hofft auf Kundschaft aus ganz Südbayern, da es ähnliche Einrichtungen bisher nur in Böblingen, in Mönchen-Gladbach oder in Rotterdam gibt. „Vielleicht kommen sogar Feuerwehrler aus Österreich und der Schweiz, wo es keine solche Anlagen gibt“, so Mödl. Er sieht die Container in Oberhausen auch nicht als Konkurrenz zu der Anlage in Karlshuld, vielmehr sei es eine Aneinanderreihung von Maßnahmen. In Karlshuld könne sich der Feuerwehrmann an die Hitze gewöhnen. In Oberhausen könne er dann einen realistischen Wohnungsbrand „erleben“. Dafür muss man aber tiefer in die Tasche greifen. 145 Euro pro Teilnehmer werden fällig. Im Preis inklusive ist eine theoretische Ausbildung, das Essen und Getränke ­ immerhin verliert ein Feuerwehrmann vier Liter Flüssigkeit bei einem Gang durch die Container, die eine Vier-Zimmer-Wohnung darstellen. Da in Oberhausen unbehandeltes Holz verheizt wird, kann auch mit Rauchschichten gearbeitet werden. Der Feuerwehrler schwitzt dann nicht nur, sondern er hat auch noch mit der Sicht zu kämpfen. Außerdem müssen die Teilnehmer verschiedene Türen öffnen, Vermisste suchen (die sich auch im Schrank verstecken können) und die Hitze ertragen. Zur Eröffnung der Anlage in Oberhausen am Sonntag werden auch Landrat Richard Keßler und CDU-Vize Horst Seehofer kommen. Ob sie selbst durch's Feuer gehen werden, ist aber nicht bekannt. Obwohl, brenzlige Situationen kennen sie als Politiker wohl beide.